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Drinks heisst nicht gleich Drinks

Ich glaube, das wird eine lustige Geschichte. Man kann sich vorstellen, was man will, wenn man mittags bei bis zu 40 Grad zum Radfahren aufbricht. Aber ich wollte morgens unbedingt mit der Gruppe im Schwimmbad schwimmen, also musste ich die Konsequenzen für das Radfahren in der Hitze in Kauf nehmen. Als ich losfuhr, funktionierte die Gangschaltung an meinem Rad nicht. Ich dachte, aha, ich glaube, die Batterien der Gangschaltung sind leer. Was nicht der Fall war! Kleiner Teaser der Geschichte. Nach dem Aufladen wollte ich los und immer noch das gleiche Problem. Die Gangschaltung schaltete immer noch nicht. Holy - ein Profi-Triathlet aus Österreich, der auch in Noosa trainiert - war die Rettung: Er meinte, ich solle doch mal die Batterie der Gangschaltung überprüfen. Da fiel mir ein, dass meine Blipbox eine leere Batterie haben könnte. Aber - oh Gott - wo ist sie denn? Man merkt, ich bin ein absoluter Profi, wenn es ums Fahrrad geht ;-). Ich kann noch viel lernen und bei dieser Aktion habe ich wieder viel gelernt und bin dankbar dafür. Auch wenn ich im ersten Moment nur gedacht habe, was ist das denn für ein Scheiss, ich will doch mein Training machen. Man kann sich vorstellen, was in einer Garage bei 40 Grad und 92 Prozent Luftfeuchtigkeit los ist. Da fällt es schwer klar zu denken. Also habe ich die Batterie gewechselt. Ich versuchte trotz Hitze und Luftfeuchtigkeit einen klaren Kopf zu bekommen, nutzte Google und das Wissen meines Triathlonkollegen Holy, bis ich die Lösung fand.


Ich hab Durst


Es ist kurz nach 14 Uhr und ich denke mir, dass der Sundowner Ride hier gut passen könnte. Also schwinge ich mich auf mein Fahrrad, starte meine Route und los geht’s. Während der Fahrt stelle ich fest, wie schön es hier in der Gegend ist. Das Hinterland ist wunderbar und die Strassen machen Spass. Ich bin mega froh, dass ich nicht aufgegeben habe. Ich wusste einfach es ist okay, viele Pausen gibt es nicht und Licht habe ich auch, also kann nichts passieren. Nach 1,5h in der Hitze habe ich gemerkt, dass ich mega Durst habe. Ich wusste nicht, dass nach dem Stopp die ganzen Berge kommen. Natürlich hätte ich die Strecke besser studieren können. Aber dann wäre es kein Abenteuer mehr gewesen. Als ich Drinks lesen konnte, war es in meinem Kopf vorbei und ich steuerte direkt auf den Shop zu. Doch im Shop suchte ich vergeblich nach Wasser. Die Regale waren voll mit Akohol. Ja, der Verkäufer hat mich schon komisch angeguckt, als ich in meinen Radlerklamotten in den Laden kam. Aber ich glaube, es gibt noch mehr komische Leute im Dorf, also dachte er sich nichts dabei. Ich fragte ihn: «Verkaufst du auch Wasser?» Er sagte nur: «Ah Wasser, geh rüber in den anderen Laden» und lachte.


Der Einkauf


Also kaufe ich 1,5 Liter Wasser, 1 Liter Fanta und 600 ml Cola. Die Cola ist nach einer Minute leer. Wer es noch nie gemacht hat, probiere es aus. Das mit der Kohlensäure ist noch eine interessante Erfahrung. Ich habe meine Flaschen mit Fanta gefüllt. Alles, was nicht in die Flasche passt, geht in den Magen. War das zu viel Kohlensäure? Ja, denn die Weiterfahrt war spannend. Ich bin mit 1,5 Liter Flüssigkeit in mir und vollen Flaschen am Rad die Berge hochgefahren. Kleiner Livehack: Wer Durst hat und die Flaschen auffüllen muss, sollte das erst oben am Berg tun. Aber trotzdem: Flüssigkeit sollte immer dabei sein. Man weiss nie, wo die letzte Tankstelle ist... in dieser Gegend in Noosa kann es passieren, dass man völlig alleine ist - no man out there.


Der Sonnenuntergang


Im Nachhinein war es klug, dort anzuhalten, denn es war die letzte Möglichkeit, die Flaschen aufzufüllen. Auch wenn es eine besondere Herausforderung ist, mit einem Wasser-/Kohlensäurebauch den Berg hinaufzufahren. So fuhr ich in den Sonnenuntergang hinein und erlebte wirklich eine der schönsten «Golden Hours». Ich habe sogar ein Känguru in freier Wildbahn gesehen. Wirklich beeindruckend, wie stark sie sind. Kurz nach Sonnenuntergang bin ich dann wieder zu Hause angekommen. Ich bin überglücklich, dass ich die Radtour so gut gemeistert habe und nicht wegen eines zu schwachen Akkus aufgegeben habe. Man lernt nie aus und erlebt an einem Tag mehr als so viele Menschen auf der Welt. Wenn man sich das bewusst macht, dann weiss man, was für ein unglaubliches Glück man hat. Geniesst es.


See you out there


Cyrill

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