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Wochen News Nummer 12

  • 1. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Entspannte Woche nach dem Wettkampf

Die entspannte Woche nach einem Wettkampf. Was ich letztes Jahr auf die harte Tour gelernt habe, ist, dass ich nach einem Rennen besser weniger machen und ohne fixen Plan in die Woche starte. So kann ich selbst entscheiden, was ich mache und gleichzeitig wieder Energie auftanken.


Die Woche startete in Clifton Spring mit einer Autofahrt nach Melbourne zusammen mit meiner Mum. Wir sind losgefahren, ohne etwas zu essen am Morgen, was sich ziemlich schnell bemerkbar gemacht hat. Zum Glück gab es auf halbem Weg ein kleines Café am Strassenrand, wo wir etwas essen konnten. Auch wenn der Avocado-Toast mit Spiegelei eher durchschnittlich war, war ich einfach froh, überhaupt etwas zu essen zu bekommen.


Nach einem Wettkampf empfehle ich allen: esst genug. Erstens ist die Stimmung besser, weil man sowieso müde ist, und zweitens ist man meistens noch unterwegs oder auf Reisen. Dann ist man auch angenehmer für alle rundherum. Zumindest ist es bei mir so, dass ich deutlich besser funktioniere, wenn ich genug esse. Denn ich war nach dem Rennen absolut müde und ziemlich kaputt.


Als wir in unserem Airbnb in Melbourne ankamen, hatten wir eine Wohnung in einem Hochhaus an der Flinders Street für eine Nacht gemietet. Und eines meiner Highlights kam direkt am Anfang. Wie du dich vielleicht erinnerst, hatten wir einen Ford Everest als Auto, und meine Mum hat vorher abgeklärt, wie gross der Autolift ist. Laut den Massen sollten wir reinpassen.

Auto im Autolift

Also dachte ich mir: probieren wir es, anstatt irgendwo eine Parkgarage zu suchen. Meine Mum half mir beim Einfahren, und auf beiden Seiten hatten wir vielleicht noch 5 cm Platz. Zusammen haben wir das super gemeistert. Als wir dann parkiert hatten und nochmals die Anleitung gelesen haben, stand dort, dass man eigentlich den anderen Lift hätte nehmen sollen. Naja, mit ein bisschen Vor und Zurück haben wir es trotzdem geschafft und das Auto war drin. Ausparken mussten wir erst am nächsten Tag.


Danach sind wir direkt in die Stadt und ich habe ChatGPT angeworfen und mir daraus eine kleine Stadtführung gemacht. Es ist schon verrückt, wie einfach das heute ist. Ich weiss noch, wie wir vor einem Jahr alles gegoogelt haben, Stadtführungen gesucht haben, und jetzt sagt dir eine App in wenigen Sekunden, was du anschauen sollst. Schon eindrücklich, wie schnell sich das alles verändert hat.


Zum Glück konnte ich mich noch an ein Café erinnern, in dem ich letztes Jahr war. Das wollte ich meiner Mum unbedingt zeigen. Ein kleines Café in einer Seitenstrasse namens Patricia Coffee Roasters. Das Spezielle daran ist, dass viele Leute auf Getränkekisten sitzen und ihren Kaffee draussen trinken. Wenn ein Auto durchfahren möchte, rückt man einfach kurz zur Seite. Ich habe wie so oft dort ein Almond Croissant zu meinem Kaffee genossen.


Natürlich habe ich danach wieder ChatGPT gefragt, wo wir Lunch essen können. Eigentlich wollte ich meiner Mum die grosse Food Hall zeigen, aber die war am Montag geschlossen. Also sind wir mit der U-Bahn nach Richmond gefahren und sind dort zuerst die Hauptstrasse hoch und runter spaziert. Ich muss sagen, mir gefallen solche Aussenquartiere fast besser als die Innenstadt mit all den Hochhäusern und den vielen Leuten. Vielleicht war der Grund auch das ich müde war und weil ich dann weniger ertragen.


Wir haben dann ein kleines, herziges Café gefunden, in dem wir unser Mittagessen geniessen konnten. Auf dem Weg zurück in die Stadt sind wir am Fluss entlanggelaufen und kamen auch an der Rod Laver Arena vorbei dort, wo Federer so viele Erfolge gefeiert hat. Es ist schon speziell, einen Ort zu sehen, den man aus dem Fernsehen kennt. Während den Turnieren ist dort alles voller Energie, und jetzt war es einfach ruhig. Kaum vorstellbar, dass dieser Ort 49 Wochen im Jahr wartet, um dann für drei Wochen komplett zu leben.

Ausblick auf die Stadt Melbourn
Stadt Melbourne

Weiter ging es am Wasser entlang zurück in die Stadt. Dabei fiel mir ein, dass ich letztes Jahr eine Bibliothek gesehen hatte, die mich sehr beeindruckt hat, mit einem grossen Dom über mehrere Stockwerke. Dieses Jahr haben wir auch die Ausstellungen darin entdeckt. Wir sind einfach in eine hineingelaufen, die sich mit der Geschichte der Ureinwohner Australiens beschäftigte. Ich kann dir nicht mehr so viel darüber erzählen, also weisst du auch, wie spannend ich es fand. Aber der Fakt, dass solche Geschichte frei zugänglich ist, war es wert. Ich muss aber auch sagen, zu diesem Zeitpunkt war ich schon ziemlich müde.


Deshalb war ich auch froh, als wir eine Pause machten, ich eine Cola trinken konnte und einfach kurz entspannen konnte.


Am Abend, bevor wir unsere Koffer wieder packten für den Flug zurück nach Noosa, haben wir einen entspannten Abend zusammen verbracht. Spaghetti, Burger und ein Geburtstagsanruf bei einem guten Freund meiner Mum. Danach fiel ich todmüde ins Bett, war aber froh um meine Ohropax, damit ich den ganzen Lärm von der Strasse nicht hören musste.


Nach diesem Tag muss ich sagen, ich bin sehr froh, nicht in einer Grossstadt zu leben. Einfach rausgehen zu können und Sport zu machen, ohne an jeder Ampel stehen zu müssen, ist für mich viel mehr wert.

 

Zurück nach Noosa und eine ruhige Woche

Am nächsten Morgen sind wir kurz nach sieben Uhr zum Flughafen gefahren. Davor haben wir noch schnell einen Kaffee in der gleichen Häuserzeile getrunken und uns dann an die Mission gemacht, das Auto wieder aus dem Parklift zu bekommen. Aber wie schon am Vortag lief, alles reibungslos und ich sass wieder im Auto im Lift etwas, das ich so auch noch nie gemacht hatte.


Für mich ist der zweite Tag nach einem Wettkampf immer der schwierigste in der Regeneration. Am Flughafen angekommen lief alles entspannt, wir konnten unser Gepäck abgeben und sassen kurze Zeit später wieder in einem Café, haben etwas gegessen und die Zeit bis zum Boarding überbrückt.


Die Heimreise verlief ruhig. Sportlich lief an dem Tag nichts mehr. Ich wollte eigentlich noch schwimmen gehen, als ich zu Hause ankam, aber ich hatte absolut keine Lust mehr. Also blieb ich zu Hause, packte meinen Koffer aus und sortierte alles. Das Bike habe ich bewusst stehen lassen, dafür wusste ich, brauche ich etwas mehr Zeit und auch mentale Frische. Das habe ich einfach auf einen anderen Tag verschoben.


Die nächsten Tage waren vom Training her sehr entspannt. Meine Mum brachte noch die letzten Dokumente für mein Visum mit. In Australien ist es so, dass man bei solchen Dokumenten oft eine beglaubigte Kopie braucht, unterschrieben von einer offiziellen Person. Neben all dem administrativen Zeug war mir aber vor allem wichtig, Zeit mit meiner Mum zu verbringen. Ich weiss genau, in ein paar Wochen werde ich mir wünschen, ich hätte mehr Zeit mit ihr gehabt.


Deshalb geniesse ich jede Minute. Wenn ich nicht gerade mit ihr unterwegs war, sass ich auf dem Gravelbike im Wald. Und genau da habe ich gemerkt, wie gut mir das tut. Einfach draussen sein, ohne Musik, nur mit meinen Gedanken. Für mich ist das wie Therapie. Seit ich das Gravelbike habe, geniesse ich das Radfahren nochmals ganz anders, weil ich nicht ständig an Autos denken muss.


Diese Woche habe ich auch wieder etwas auf Canva gestaltet. Eine Athletin, die ich trainiere, hat mich gefragt, ob ich nicht einen Flyer im Hallenbad aufhängen möchte. Damit mehr Leute sehen, was ich als Coach mache. Ich habe sofort zugesagt, denn ich habe noch Plätze frei im Coaching.


Wenn du also einen Ort hast, wo du den Flyer aufhängen kannst, oder selbst einen Coach suchst, melde dich gerne. Vielleicht passt es und wir starten zusammen.


Die Woche endete ähnlich wie vor Geelong. Ich war im Nationalpark laufen und habe mich danach mit meiner Mum im Café getroffen. Danach sind wir noch zusammen an den Farmers Market gegangen. Ein perfekter Abschluss für eine ruhige Woche, bevor ich wieder motiviert in den nächsten Trainingsblock starte, Richtung Western Sydney im Mai.


Bis nächste Woche

Cyrill

 
 
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