Wochen News Nummer 21
- vor 7 Stunden
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Herbst auf der anderen Seite der Erde
Die letzte Woche Herbst auf der anderen Seite der Erde. Die Nächte werden kälter, während die Tage immer noch so warm sind, dass man mit kurzer Hose und einer Weste Rad fahren kann. Wobei natürlich alles relativ ist. Wenn man sich über Monate an 30 Grad gewöhnt hat, fühlen sich plötzlich 10 Grad ziemlich kalt an.
Die Häuser hier sind so gebaut, dass die Hitze draussen bleibt. Entsprechend bleibt es aber auch im Winter eher kühl im Haus. Das merkt man vor allem morgens, wenn man aufsteht und sich fragt, ob man wirklich schon aus dem Bett möchte.
Im Training passiert zurzeit nichts Spezielles. Die ersten intensiveren Einheiten im Schwimmen habe ich gut vertragen. Auf dem Rad bin ich aktuell fast ausschliesslich mit dem Gravel Bike unterwegs. Bis auf ein paar kurze Sprints fahre ich alles im Grundlagenbereich.

Beim Laufen sieht es ähnlich aus. Viel Grundlagenarbeit, dazu jeweils ein paar Steigerungen am Ende der Einheit. Den längeren Lauf mache ich meistens im Nationalpark, wo ich Trails und einige Höhenmeter habe. Der grosse Bonus dabei ist der Ausblick aufs Meer. Das Wasser wird jetzt immer klarer und blauer, das Licht immer schöner. Ab etwa drei Uhr nachmittags bekommt alles diesen goldenen Farbton. Das mag ich unglaublich gerne.
Wenn die Kette nicht mehr mitmacht
Natürlich gab es auch diese Woche wieder ein paar Geschichten zu erzählen.
Die erste passierte bereits am Montag. Während einer lockeren Ausfahrt fiel mir immer wieder die Kette vom Gravel Bike. Immer wenn ich hinten auf die drei kleinsten Gänge schalten wollte, sprang die Kette vorne vom Kettenblatt.
Zum Glück konnte ich mit den leichteren Gängen noch problemlos nach Hause fahren. Das bedeutete zwar eine etwas höhere Kadenz als geplant, aber immerhin kam ich zurück.
Da ich selber nicht herausfinden konnte, wo das Problem lag, brachte ich das Rad in den Bikeshop. Dort war die Diagnose schnell klar: Die Kette ist zu etwa 98 Prozent durch und auch die Kettenblätter haben ihre besten Tage hinter sich.
Das bedeutet, dass das Gravel Bike in den nächsten Tagen eine neue Kette und neue Kettenblätter bekommt. Bis dahin haben die Mechaniker kurzerhand einen Zahn am vorderen Kettenblatt entfernt, damit ich das Rad weiterhin fahren kann.
Nicht ganz die Lösung fürs Leben, aber definitiv eine gute Lösung für diese Woche.
Zurück in der Schwimmgruppe
Am Freitag war ich zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder mit dem Squad schwimmen.
Und ich muss sagen: Das Schwimmen in einer Gruppe ist jeden Wecker um 4:40 Uhr wert.
Es war schön, die Leute wieder zu sehen und gemeinsam zu trainieren. Das Programm war überraschend locker, was perfekt war, um wieder einzusteigen.
In den nächsten Wochen werde ich wahrscheinlich wieder öfter mit der Gruppe schwimmen. Unser 50-Meter-Becken wird nämlich für rund zwei Monate renoviert.
Das ist zwar schade, weil ich überzeugt bin, dass gerade für Triathleten möglichst viel Training im 50-Meter-Becken sehr wertvoll ist. Gleichzeitig haben wir hier aber den Luxus, dass im gleichen Bad auch noch ein 25-Meter-Becken vorhanden ist.
Wenn ich das mit Wittenbach vergleiche, ist das immer noch purer Luxus. Die Herausforderung wird eher sein, überhaupt genügend Platz und Zeiten zum Schwimmen zu finden. Es gibt unglaublich viele Gruppen, die das Bad nutzen.
Ein Sonntagnachmittag in Frauenfeld
Der Sonntag hat mich besonders gefreut.
In meiner Heimatregion fand in Frauenfeld der Triathlon statt. Eine Athletin von mir stand ebenfalls am Start, also öffnete ich den Livetracker und begann die Startliste durchzuschauen.
Dabei sah ich unglaublich viele Namen, die ich kenne.
Plötzlich war klar, wie mein Sonntagnachmittag aussehen würde: Den Tracker ständig aktualisieren und schauen, wie die Rennen für alle ausgehen.
An alle, die gestartet sind: Herzliche Gratulation zu euren Leistungen.
Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, dass ich offenbar nur mit schnellen Triathleten befreundet bin. Was genau das über mich aussagt, weiss ich allerdings auch nicht.
Nächstes Wochenende wartet bereits das nächste Highlight mit dem Ironman 70.3 Rapperswil.
Das war damals meine erste Mitteldistanz. Welches Jahr das genau war, weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr.
Aber die Erinnerungen daran sind geblieben.
Allen, die dort an der Startlinie stehen: Viel Spass, geniesst den Tag und nehmt die Atmosphäre auf.
Konstanz schlägt Hero-Einheiten
Damit verabschiede ich mich wieder für eine Woche.
Ob die kommende Woche besonders spektakulär wird, kann ich nicht garantieren. Worauf ich mich aber freue, ist eine weitere Woche mit konstantem Training und die Arbeit mit meinen Athleten.
Gerade jetzt, wo viele auf ihre Saisonhöhepunkte zusteuern, wird mir wieder bewusst, dass Erfolg selten durch einzelne Hero-Einheiten entsteht.
Viel wichtiger ist das, was Tag für Tag passiert.
Konstant trainieren. Gesund bleiben. Vertrauen haben.
Genau dadurch wird man bereit für sein Rennen.
Und während ihr langsam in den Sommer startet, verabschiede ich mich in die kalten Morgenstunden auf dem Weg zum Pool mit meinem Scooter.
Das Positive daran: Wach ist man definitiv, wenn man dort ankommt.
Cyrill


