top of page

Wochen News Nummer 22

  • 10. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Hauptsache nicht den Sand in den Kopf stecken

«Alles hat gestimmt: Das Wetter war gut, die Stimmung war gut, der Platz war gut – nur wir waren schlecht.»

Darius Wosz


«Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.»

Otto Rehhagel


Mit diesen Fussballzitaten begrüsse ich euch zu einer weiteren Woche aus meinem Leben.

Eines muss ich aber noch bringen, denn dieses passt gerade ziemlich gut zu meiner aktuellen Situation:


«Hauptsache, wir stecken jetzt nicht den Sand in den Kopf.»

Aleksandar Ristić


Ganz ehrlich: Es frustriert mich im Moment etwas. Ich dachte, ich wäre auf einem guten Weg und alles würde langsam wieder besser werden. Leider hat sich herausgestellt, dass das noch nicht ganz der Fall ist. Ich wurde erneut krank und fühlte mich wieder angeschlagen.


Meine HRV (Herzfrequenzvariabilität) ist seit dem 70.3 sehr tief und erholt sich nur langsam. Das bedeutet meistens, dass das Nervensystem ständig unter Spannung steht und nicht wirklich in den Entspannungsmodus findet.


Trotzdem versuche ich, den Fokus auf die positiven Dinge zu richten. Und davon gab es diese Woche zum Glück auch einige.


Die Highlights waren definitiv die beiden Sonnenuntergänge, die ich anschauen durfte. Den ersten habe ich am Sunrise Beach erlebt. Ja genau, am Sunrise Beach den Sonnenuntergang. Irgendwie hat das etwas Lustiges. Am nächsten Abend ging es nochmals in den Nationalpark. Dort sass ich an einer Klippe und beobachtete eine ganze Delfinfamilie, die vor der Küste spielte. Dazu kam dieses wunderschöne goldene Winterlicht, das hier aktuell jeden Abend alles etwas ruhiger und friedlicher wirken lässt.

Ruhige Küstenbucht bei Sonnenuntergang mit Wellen, Felsen, Sandstrand und zwei Schwimmern unter blauem Himmel.
Noosa National Park

Auch mein Gravel Bike hat diese Woche wieder ein kleines Upgrade bekommen. Die neuen Kettenblätter und die neue Kette wurden montiert und das Rad ist nun wieder bereit für viele weitere Ausfahrten. Ich freue mich ehrlich gesagt riesig darauf, wieder ohne Knarzen, Überspringen und abgefahrene Zähne unterwegs zu sein. Leider musste die erste Ausfahrt noch etwas warten, aber Vorfreude gehört bekanntlich auch dazu.


Goldene Wintertage und kalte Morgen

Am Dienstagmorgen ging es wieder mit der Schwimmgruppe ins Wasser. Dafür klingelte der Wecker früh. Sehr früh.


Ich glaube, ich hatte fast jede Jacke an, die ich besitze – inklusive Thermounterwäsche. Und selbst damit war die Fahrt mit dem Scooter zum Schwimmbad eher frisch. Eigentlich lustig, wenn man bedenkt, dass die Temperaturen tagsüber immer noch um die 20 Grad oder sogar darüber liegen.


Aber morgens hat es oft nur fünf bis zehn Grad. Für viele zuhause wahrscheinlich noch angenehm weill sie wüssten es wir über 20 Crad. Für mich nach Monaten mit Temperaturen um die 30 Grad aber immer noch gewöhnungsbedürftig. Tagsüber läuft man problemlos in kurzer Hose und T-Shirt herum, doch sobald die Sonne langsam verschwindet, wird es erstaunlich schnell kühl.


Das Schwimmen selbst hat sich jedoch gelohnt. Es war schön, wieder mit der Gruppe unterwegs zu sein und gemeinsam zu trainieren. Gerade solche Einheiten erinnern mich immer wieder daran, wie viel einfacher manches wird, wenn man es gemeinsam macht.


Im Training läuft aktuell ansonsten alles eher ruhig. Die Intensitäten halte ich weiterhin tief und versuche, meinem Körper die Zeit zu geben, die er braucht. Natürlich wäre ich gerne schon wieder weiter. Aber manchmal muss man akzeptieren, dass man die Dinge nicht beschleunigen kann.


Ein Wochenende am Liveticker

Mein Wochenende verbrachte ich grösstenteils am Liveticker.

Dieses Mal allerdings nicht wegen meiner Athleten, sondern wegen vieler Freunde, die irgendwo auf der Welt Rennen bestritten. Die meisten waren beim Ironman 70.3 Rapperswil am Start. Andere kämpften sich durch einen Ironman auf den Philippinen bei unglaublicher Hitze. Und dann war da noch mein Freund Kurt, der beim T100 in San Francisco eine starke Leistung zeigte und am Ende Siebter wurde.


Ich muss ihn unbedingt noch fragen, welche Wattwerte er auf dem Rad gefahren ist. Vor allem mit Leuten wie Haydon Wilde und Rico Bogen auf derselben Strecke interessiert mich das natürlich.

Aber ganz ehrlich: Die wahren Helden unseres Sports sind für mich oft nicht die Sieger. Es sind die Menschen, die im Ziel lachen.


Gerade im Triathlon ist es unglaublich einfach, sich komplett im Prozess, in Zahlen und Resultaten zu verlieren. Dabei sollte man nie vergessen, warum man ursprünglich damit angefangen hat. Die Freude an der Bewegung, die Erlebnisse und die Menschen, die man auf dem Weg kennenlernt, sind am Ende oft viel wertvoller als jede Platzierung.


Zum Schluss noch eine kleine Empfehlung für meine deutschsprachigen Leser. Vor Kurzem war Campino von den Toten Hosen bei Hotel Matze zu Gast. Die Folge hat mich komplett abgeholt. Campino spricht über Politik, Musik, das Leben und das Älterwerden. Obwohl er seit Jahrzehnten bekannt ist, hat man das Gefühl, dass man sich ganz normal mit ihm an einen Tisch setzen könnte. Er hat klare Meinungen, hört aber gleichzeitig anderen Menschen zu. Genau das fand ich spannend.


Vielleicht werde ich deshalb auf meiner nächsten Radausfahrt wieder einmal ein Album der Toten Hosen hören und schauen, was sie als Letztes produziert haben.


Damit verabschiede ich mich für diese Woche.


Trotz allem nehme ich viele positive Erinnerungen mit. Auch wenn mich die aktuelle Situation etwas frustriert, weiss ich, dass solche Phasen dazugehören. Gerade jetzt ist es wichtig, Geduld zu haben und darauf zu vertrauen, dass der Körper irgendwann wieder vollständig mitmacht.


Gleichzeitig freue ich mich auf die kommenden Wochen mit meinen Athleten. Für viele geht es langsam in die entscheidende Phase der Saison. Mit dem Ironman Thun wartet für einige das grosse Highlight des Jahres.

Gerade in solchen Momenten wird mir immer wieder bewusst, dass nicht die spektakulären Einheiten den Unterschied machen, sondern die Konstanz über viele Wochen hinweg. Tag für Tag trainieren, gesund bleiben und Vertrauen in den Prozess haben genau dadurch wird man bereit für den grossen Tag.


Für mich persönlich hoffe ich, dass die kommende Woche etwas mehr Stabilität bringt. Bis dahin geniesse ich die Sonne, die schönen Wintertage hier in Noosa und freue mich auf meinen nächsten Lauf.


Bis nächste Woche.


Cyrill

 

 
 
bottom of page