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Wochen News Nummer 13

  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Osterwoche, Gedanken und Training

In diesem Jahr habe ich meinen Osterhasen besonders genossen, denn der kam einmal um die halbe Welt gereist. Ich glaube, von all den Kindern hier in Australien war ich einer der wenigen, die Schweizer Schokolade bekommen haben. Witzig ist ja, obwohl ich aus der Schweiz bin, habe ich selten Schokolade, auch wenn ich dort bin. Ich bin also wieder einmal das beste Beispiel dafür, dass man das, was direkt vor der eigenen Haustür ist, am wenigsten nutzt. Ist eigentlich wie der Strand hier vor der Tür, den besuche ich auch nicht jeden Tag.


Weg von der Schokolade und hin zu dem, was diese Woche passiert ist, denn das war eine ganze Menge. Zwischen der Suche nach Schokoladeneiern, einem Zoobesuch mit meiner Mum und noch vielem mehr habe ich wie immer meine Energie ins Training investiert und bin damit wieder eine Woche näher am Wettkampf in Sydney.


Was ich wie jede Woche auch gemacht habe, ist Trainingspläne zu schreiben, was mir nach wie vor extrem viel Spass macht. Es war schön, dass meine Mum hier war, denn so habe ich wieder ein paar neue Ideen bekommen, wie ich meinen Trainernamen weiter aufbauen kann.


Zu Beginn der Woche habe ich mich gut gefühlt und war ready, wieder ins Training zu starten. Doch schon am Montag wurde es zäh. Vielleicht lag es daran, dass ich die VO2-Intervalle zu hart gefahren bin oder dass die Müdigkeit vom Rennen noch im Körper war. Also habe ich für den Rest der Woche viel mehr auf mein Körpergefühl gehört, und das hat mir ziemlich klar gezeigt, wie hart ich gehen kann.


So gab es diese Woche eigentlich drei Trainingszonen: easy, medium und hart. Wenn man wirklich auf sich hört, sagt einem der Körper ziemlich genau, wie hart man gehen kann. Das Gute ist, man macht meistens trotzdem das, was geplant ist, aber die mentale Barriere fällt weg und man kommt oft näher an das, was man im Training erreichen will. Für mich ist das extrem wertvoll und ich denke, genau das ist etwas, das Coaches ihren Athleten beibringen sollten.


Training, Erlebnisse und kleine Highlights

Das Training, das ich diese Woche besonders hervorheben möchte, ist meine lange Radeinheit vom Mittwoch. Ich bin dafür aufs Gravelbike gestiegen, weil ich froh bin, nicht immer auf dem TT-Bike zu fahren. Die spezifischen Einheiten mache ich weiterhin auf dem Zeitfahrrad, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man andere Strecken sieht, denn meine TT-Intervalle fahre ich fast immer auf denselben Strassen, damit ich genau weiss, dass ich die geplanten Intervalle sauber fahren kann.


Ich bin einem Track gefolgt, den ich schon öfter gesehen hatte und schon lange einmal fahren wollte. Ich wusste ungefähr, wo er endet, aber nicht, wie das Gelände wirklich ist. Auf der Karte sah alles flach aus, in der Realität war es dann doch deutlich steiler. An ein paar Stellen wurde es sogar ein „Hike your Bike“, aber für die Aussicht hat es sich mehr als gelohnt.

Fahrrad lehnt an einer Bank mit Blick auf einen bewaldeten Hügel. Bewölkter Himmel, grünes Gras, und entspannte Stimmung.

An meinem Ruhetag haben meine Mum und ich etwas gemacht, das schon lange auf meiner Liste stand: ein Besuch im Australia Zoo, den Steve Irwin aufgebaut hat. Eine echte Legende hier in Australien.

Zum Start haben wir riesige Schildkröten gesehen, die entweder etwa 40 oder sogar über 120 Jahre alt sein könnten. Für mich ist es faszinierend, wie alt solche Tiere werden können.


Was wir aber unbedingt sehen wollten, war die Krokodilshow. Sie startete um 13:15, aber bis die Krokodile wirklich kamen, dauerte es nochmals etwa 45 Minuten. Die Zeit ging jedoch schnell vorbei mit den Vögeln und den vielen Infos, auch darüber, wie man sich in der Wildnis verhalten soll.


Als dann das Krokodil kam, war ich schon froh, auf der anderen Seite des Zauns zu sitzen. Zum Glück hatte es keinen schlechten Tag, und ich weiss jetzt zumindest ein bisschen besser, wie man sich gegenüber Krokodilen verhält.


Danach ging es weiter zu den Kängurus. Man kann durch das Gehege laufen, sie berühren und füttern, und es war ziemlich lustig zu sehen, wie entspannt sie sind. Von dort ging es weiter zu den Elefanten und auf eine Insel mit Kattas, die ich aus dem Film Madagaskar kannte.


Ein Katta sitzt entspannt auf einem Holzgeländer im Dschungel. Zwei weitere Kattas sind im Hintergrund. Ein Schild zeigt Infos über Kattas.

Den Abschluss machte der afrikanische Bereich mit Giraffen und Schimpansen. Die Tiere leben dort auf riesigen Flächen und es sah wirklich so aus, als hätten sie ein sehr gutes Leben.


Abschied, Familie und was bleibt

Am Sonntag hiess es dann Abschied nehmen von meiner Mum. Ich bin mit ihr zum Flughafen gefahren, habe ihr beim Einchecken geholfen und wir sassen danach noch gemeinsam bei einem Kaffee.


Ich habe die letzten drei Wochen extrem genossen. Die Anzahl an Erlebnissen war riesig und ich werde vieles davon nicht vergessen.


Ich mag mein Leben hier in Australien sehr und geniesse es, aber Abschied von Menschen, die einem wichtig sind, ist nie einfach. In meinem Kopf ist sie trotzdem nur zwei Flüge entfernt, was es ein wenig einfacher macht. Je öfter man diese Strecke fliegt, desto kleiner fühlt sich die Distanz an.


Ich freue mich schon auf das nächste Telefonat, die nächste Nachricht und vor allem auf das nächste Wiedersehen.


Also geniesst die Zeit mit euren Eltern oder euren Kindern, denn sie kommt nicht zurück. Und bis dahin freue ich mich auf alles, was noch kommt und auf das nächste Rennen in ein paar Wochen.

 

 
 
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