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Wochen News Nummer 16

  • 29. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Ein spezieller Wochenabschluss

Diese Woche endete mit etwas Historischem. Was für mich hier in Australien einfach der Abschluss der Woche war, wurde in London zu einem besonderen Tag. Ich spreche vom Läufer Sebastian Sawe aus Kenia. Er hat am London Marathon als erster Mensch in einem normalen Rennen die 2-Stunden-Marke über die 42.195 km geknackt. Er lief 1:59:30, was einem Kilometerschnitt von etwa 2:49 entspricht. Also über 21 km/h für knapp zwei Stunden.


Das ist für mich komplett unvorstellbar schnell. Ich muss ehrlich sagen, eine 2:50 Pace auf den Kilometer fühlt sich für mich aktuell schon unmöglich an. Wenn ich das laufen würde, wäre nach einem Kilometer wahrscheinlich Schluss. Zum Vergleich: Im Triathlon laufen die Besten im Ironman etwa 3:30 pro Kilometer. Das zeigt nochmals, wie extrem diese Leistung ist.


Weg von diesem Weltklasse-Level zurück zu meiner Woche, die neben ein paar Highlights vor allem auch mehr Erholung beinhaltete, als ich ursprünglich geplant hatte. Es ist aktuell eine Phase, in der ich merke, wie wichtig es ist, auf den Körper zu hören. Gerade wenn man sieht, was andere alles trainieren und leisten, kann man schnell das Gefühl bekommen, man müsste noch mehr machen.


Emma und ich haben diese Woche oft darüber gesprochen, ob das Ganze teilweise nicht etwas aus dem Ruder läuft. Man sieht Athleten, die einen Ironman machen und wenige Tage später wieder einen 5-km-Wettkampf laufen. Ich könnte noch viele solche Beispiele nennen. Am Ende ist es aber so: Der Körper kompensiert – und irgendwann holt er sich die Erholung. Die Frage ist nur, wann.


Erholung zulassen

Genau das habe ich diese Woche selbst gespürt. Seit Samstag habe ich bewusst etwas zurückgesteckt. Ich habe nach 30 Minuten Training gemerkt, dass es einfach nicht mein Tag ist. Ich war müde und hatte keine Energie, also bin ich nach Hause gegangen, habe nochmals geschlafen und gegessen.


Am Sonntag fühlte ich mich schon wieder deutlich besser, brauchte aber etwas Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Ich glaube, das ist völlig normal, wenn man dem Körper nach einer längeren Phase mit konstant gutem Training wirklich Ruhe gibt.


Ich habe Kurt heute davon erzählt und für mich ist genau das der schwierigste Teil: kürzer treten, wenn es eigentlich gut läuft. Ich kenne das auch aus der Zusammenarbeit mit Urs. Dort habe ich das zum ersten Mal richtig verstanden. Früher war mir das nicht bewusst.


Bis Dienstag lief dann wieder alles gut und ich konnte sogar, obwohl ich müde war, nochmals eine richtig harte Einheit machen. Was mich aber über die Jahre deutlich entspannter macht: auch mal bewusst rausnehmen. In 99% der Fälle ist das besser, als etwas durchzudrücken und am Ende krank zu werden – gerade jetzt, wo es in die Rennwoche geht.


Training und Ausblick

Auch wenn ich gerade etwas mehr auf Erholung setze, sehe ich im Rückblick, dass die Woche gute Einheiten hatte. Beim Laufen habe ich ein Programm gemacht mit 15 Minuten unterem Tempo, 10 Minuten Tempo und 5 Minuten Race Pace. Für mich ging das bis etwa 3:40 pro Kilometer – also noch ein gutes Stück entfernt von einem Marathon unter zwei Stunden.


Auf dem Rad hatte ich am Mittwoch 4x5 Minuten bei 300 Watt. Nach all den Wochen mit viel Tempotraining haben sich diese Intervalle erstaunlich gut angefühlt. Das Positive ist auch, dass ich über Wochen immer Freude am Training hatte und gerne rausgegangen bin. Vielleicht war genau das am Ende auch ein kleiner Fehler, weil ich über ein paar Tage hinweg zu wenig gespürt habe, wann es genug ist.


Radfahrer in beiger Jacke und Helm auf einer asphaltierten Strasse, vorbei an einer grünen Wiese und Bäumen, bei bewölktem Wetter.
Radtour durch grüne Landschaften: Geniessen der frischen Luft und der Natur.

Jetzt shiftet mein Mindset klar Richtung Rennen, und ich freue mich riesig auf den Sonntag.


Ein weiteres Highlight war ein spannender Kaffee nach dem Schwimmtraining mit JR, seiner Frau Jennie, Lotte Willms und ihrem Partner. JR hat unglaublich viele Geschichten aus seiner Zeit als Schwimmcoach für Australien. Eine davon war, dass er in Texas oft nach dem Training direkt in den Radladen von Lance Armstrong ging und dort stundenlang mit ihm gesprochen hat. Die Leute wussten irgendwann schon: Wenn sie JR suchen, sitzt er dort im Laden.


Solche Geschichten aus erster Hand zu hören – und auch die Perspektive von Jennie, die vieles miterlebt hat – war extrem spannend. Und ich weiss, das war nur ein kleiner Teil von allem, was er erlebt hat.


Damit verabschiede ich mich für diese Woche und starte in die Vorbereitung für das Rennen am Sonntag. Die Rennwoche bringt immer ihre eigenen Geschichten mit sich – und ich bin sicher, dass ich nächstes Mal einiges zu erzählen habe.


Also, wir lesen uns.

Cyrill

 

 
 
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