Wochen News Nummer 24
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Die Tage langsam, die Wochen schnell
Diese Woche wurde mir ein KI-generierter Song gezeigt. Darin kommt die Zeile vor: „Die Tage gehen langsam und die Wochen gehen schnell.“
In meiner Zeitrechnung passiert momentan allerdings alles schnell. Die Tage gehen schnell vorbei und die Wochen gleich mit. Ob das gut oder schlecht ist, weiss ich nicht.
Ich muss meinen Dad einmal fragen, wie er das rückblickend sieht. Was ging schnell vorbei und was nicht, bis er 60 wurde? Solche Fragen finde ich spannend. Oft muss ich bewusst einen Schritt zurück machen und auf das grosse Ganze schauen. Im Alltag baut man ja wie immer einfach Stein für Stein aufeinander. Die Mauer sieht man meistens erst von Weitem.
Vielleicht sollte ich diese Frage noch mehr Leuten stellen. Jeder hat andere Antworten und andere Lebensabschnitte, die sich entweder ewig angefühlt haben oder viel zu schnell vorbeigingen.
Wenn ich auf die letzte Woche zurückblicke, dann hatte ich vor allem das Gefühl, dass sich das Training wieder besser anfühlt. Ich war einige Male früh morgens mit der Schwimmgruppe unterwegs und langsam fühlt es sich wieder nach richtigem Sport an. Ein paar Einheiten waren sogar überraschend gut. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass das Fitnesslevel etwas gelitten hat. Vielleicht ist das langfristig sogar positiv, weil ich einmal nicht konstant auf 100 Prozent unterwegs war und der Körper etwas herunterfahren musste. Trotzdem bleibt es natürlich frustrierend, wenn über längere Zeit nicht alles rund läuft.
Abseits vom Training gab es diese Woche noch eine andere Premiere: Ich habe meine erste Jeans in Queensland gekauft. Ja, ihr habt richtig gelesen. Es klingt fast wie ein Verbrechen, aber bisher hatte ich hier tatsächlich keine lange Hose.
Als ich im Laden stand, war ich bereits müde und die Auswahl war riesig. Ehrlich gesagt wusste ich überhaupt nicht, wo ich anfangen sollte. Deshalb war ich kurz davor, das Ganze einfach bleiben zu lassen. Zum Glück war Emma dabei. Sie meinte nur: «Nimm doch auch noch eine Hose, wir bekommen 50 Prozent Rabatt.»
Also gut. Ich probierte zwei Jeans an und nahm die zweite. Sie passte und sah gut aus. Problem gelöst.
Was ich euch aber auch sagen kann: Jetzt verstehe ich, warum Leute, die nie lange Hosen tragen, keine langen Hosen mögen. Dieses Gefühl, ständig Stoff an den Beinen zu haben, ist gewöhnungsbedürftig. Und ja, das mit dem Wolflaufen stimmt tatsächlich.
Zum Glück erzähle ich euch das gerade, während in Europa Sommer ist. Sonst wäre ich wahrscheinlich offiziell ein Verbrecher. Somit bin ich nun stolzer Besitzer meiner ersten Jeans in Queensland.
Das zweite Highlight des Tages war deutlich einfacher: ein Besuch im Sunshine Social in Mooloolaba. Seit langer Zeit gab es dort wieder einmal einen Burger und natürlich einen hervorragenden Kaffee. Manche Dinge funktionieren einfach immer.
Grillieren für die Familie
Diese Woche waren auch Emmas Eltern zu Besuch in Noosa. Für mich bedeutete das vor allem eines: Ich durfte grillieren.
Also zeigte ich ihnen zuerst den Metzger unseres Vertrauens und anschliessend wurde an drei Abenden hintereinander der Grill eingeheizt. Hausgemachte Würste, Steaks und alles, was dazugehört.
Ich freue mich immer, wenn ich anderen mit gutem Essen eine Freude machen kann. Besonders wenn ein Steak genau so gelingt, wie man es sich vorgestellt hat. Noch mehr freue ich mich aber schon auf Dezember, wenn meine Eltern wieder hier sind. Dann können wir hoffentlich beide Familien zusammenbringen und in Neuseeland gemeinsam grillieren.
Und keine Sorge: Auch dort kenne ich bereits einen guten Metzger.
Ein perfekter Sonntag
Der Sonntag war definitiv einer der Höhepunkte der Woche.
Am Morgen war ich seit langer Zeit wieder mit meinem Freund Ryan im Nationalpark laufen. Die eineinhalb Stunden vergingen wie im Flug. Als wir bei Hell's Gates ankamen, sahen wir auf ein komplett flaches Meer hinaus. Wirklich kein Wellengang, einfach nur Wasser bis zum Horizont. Ein spezieller Anblick, den man nicht alle Tage erlebt.

Nach dem Lauf gingen Ryan, sein Sohn Cudi und ich weiter zum Farmers Market. Cudi war dabei definitiv das coolste Mitglied unserer Gruppe. Coole Sonnenbrille, coole Adidas-Schuhe und gefühlt jeder zweite Mensch sprach ihn an. Wir hingegen kamen direkt vom Laufen, waren hungrig und schon leicht müde.
Trotzdem war es schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen. Natürlich wurde viel über den Ironman Cairns gesprochen und darüber, wie die Rennen in den letzten Wochen gelaufen sind. Auch Braden Currie war mit seiner Familie dort. Es war spannend zu sehen, wie er sein Leben nach der Profikarriere gestaltet und welche Abenteuer er mittlerweile erlebt.
Nach all dem war ich froh, nochmals nach Hause zu fahren und etwas zu essen, bevor es am Nachmittag direkt weiterging. Mit einer kleinen Gruppe sprangen wir noch kurz ins Meer für unseren obligatorischen Open-Water-Swim am Main Beach. Das Schöne an dieser Gruppe ist, dass alle eher Genuss- und Hobbysportler sind. Niemand macht Stress. Niemand versucht, jemanden zu beeindrucken. Alle geniessen einfach die Bewegung und freuen sich danach noch auf ein kurzes Gespräch am Strand.
Als ich später nach Hause kam, lief gerade noch das Ende des Supercar-Rennens. Normalerweise verfolge ich Motorsport nicht besonders intensiv. Aber Emmas Vater weiss unglaublich viel darüber, da Emmas Bruder selbst in dieser Szene unterwegs ist.
Wenn jemand neben einem sitzt, der jede taktische Entscheidung erklären kann und jede Frage beantwortet, macht plötzlich jeder Sport Spass. Ich glaube, genau deshalb kann ich fast jede Sportart schauen, solange jemand dabei ist, der wirklich versteht, was gerade passiert. Mit Ausnahme von sehr hartem Kampfsport. Dort habe ich bis heute Mühe zu verstehen, weshalb es Spass machen soll, sich gegenseitig zu verprügeln.
Und so geht eine weitere Woche vorbei. Wie am Anfang bereits erwähnt: Für mich vergeht momentan alles unglaublich schnell. Weniger wegen des Sports, sondern wegen all der Dinge rundherum.
Ich freue mich bereits auf die kommende Woche. Die ersten intensiveren Einheiten stehen wieder auf dem Programm und einige sehr frühe Morgenstunden ebenfalls. Langsam fühlt es sich wieder danach an, als würde ich Schritt für Schritt zurück zu meiner Form finden.
Bis dahin geniesst die Sonne und geht raus, um euch zu bewegen. Selbst wenn es nur die kleine Abkühlung nach einem langen Tag im Büro ist.
Bis nächste Woche.
Cyrill


