Wochen News Nummer 23
- vor 8 Stunden
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Langsam wieder bergauf
Nachdem die letzte Woche eher ein Downer war oder sich zumindest ziemlich zäh angefühlt hat, geht es langsam wieder bergauf. Diesen Trend nehme ich gerne mit.
Langsam aber sicher habe ich das Gefühl, dass der Zeitpunkt näher kommt, an dem ich wieder etwas intensiver trainieren kann. Vorausgesetzt natürlich, dass sich alles weiterhin so positiv entwickelt wie aktuell. Genau danach sieht es im Moment aus.
Ich weiss immer noch nicht, ob ich Corona hatte oder nicht. Was mich am meisten überrascht, ist wie lange die Erholung der Lunge dauert. Deshalb bestand mein Training weiterhin fast ausschliesslich aus lockeren Einheiten. Trotzdem konnte ich wieder in meinen gewohnten Rhythmus zurückfinden, und das allein fühlt sich schon wie ein Fortschritt an.
Zusammen mit meiner Mum habe ich ausserdem einige Produkte bestellt, die hoffentlich die Regeneration etwas unterstützen. Eine weitere spannende Option wäre, etwas auszuprobieren, das Emma gemacht hat: eine hypoxische Kammer.
Nagelt mich nicht auf die genaue wissenschaftliche Erklärung fest, aber vereinfacht gesagt sitzt man dabei mit einer Maske in einer kleinen Kammer und arbeitet mit verändertem Druck und Sauerstoffwerten. Die Idee dahinter ist, die Sauerstoffversorgung im Körper zu verbessern und dadurch die Regeneration zu unterstützen.
Die Person, die das Gerät besitzt, nutzt es häufig dann, wenn sie merkt, dass sie krank werden könnte oder wenn sie mit Verletzungen zu kämpfen hat.
Neues Material und Meerwasser
Am Montagmorgen war ich zum ersten Mal mit dem Gravel Bike unterwegs, seit die neuen Kettenblätter und die neue Kette montiert wurden.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie gross der Unterschied ist, wenn solche Teile neu sind. Alles läuft ruhig, die Schaltvorgänge funktionieren sauber und plötzlich merkt man erst, wie abgenutzt die alten Komponenten eigentlich waren.
Zurzeit fahre ich fast ausschliesslich mit dem Gravel Bike. Seit dem Wettkampf habe ich mein Zeitfahrrad praktisch nicht mehr angefasst. Irgendwann sollte ich wahrscheinlich die Reifen wieder aufpumpen und damit eine Runde drehen. Spätestens wenn die spezifischeren Einheiten wieder beginnen, werde ich deutlich mehr Zeit auf dem Zeitfahrrad verbringen.
Eine weitere Einheit, die mir in Erinnerung geblieben ist, war das Schwimmen am Sonntagnachmittag im Meer.
Ein paar Leute treffen sich hier regelmässig zum Open-Water-Schwimmen, und für mich ist das immer eine willkommene Abwechslung zum Pool. In der Gruppe macht es gleich doppelt so viel Spass.

An diesem Nachmittag waren auch die Surfer zahlreich unterwegs, denn die Wellen waren richtig gut. Für uns bedeutete das zuerst einmal gegen die Wellen hinauszuschwimmen. Sobald wir jedoch hinter den Wellen angekommen waren, wurde das Wasser erstaunlich ruhig und das Schwimmen richtig angenehm.
Während wir draussen unterwegs waren, konnte ich immer wieder beobachten, wie die Surfer ihre Wellen erwischten. Jedes Mal, wenn ich das sehe, bekomme ich Lust, das selbst einmal auszuprobieren.
Das Gute daran ist: Der Strand ist direkt vor der Haustür und das Meer läuft nicht davon.
Fussball, Pizza und das Älterwerden
Auch wenn ich die Fussball-Weltmeisterschaft nicht wirklich aktiv verfolge, kommt man hier fast nicht daran vorbei.
Am Sonntag war ich gerade am Strand und bereit fürs Schwimmen, als plötzlich überall gejubelt wurde. Zuerst wusste ich gar nicht, was los war. Dann fiel mir ein, dass Australien spielte.
Direkt neben dem Strand befindet sich der Surfclub, und dort lief das Spiel auf einem grossen Bildschirm. Als Australien ein Tor schoss, stand praktisch der ganze Surfclub Kopf.
Das erinnerte mich stark an Public Viewing bei uns zuhause. Der Unterschied ist nur, dass die Australier gefühlt jedes Spiel feiern, während wir solche Stimmung meistens nur bei Fussball-Grossanlässen oder olympischen Medaillen erleben.
Ein weiteres Highlight der Woche war der Samstagabend. Eine gute Freundin hier in Noosa feierte Geburtstag und so trafen wir uns mit vielen Leuten aus dem ehemaligen JR Squad auf ihrer Terrasse.
Wir machten Pizza auf dem Grill und verbrachten den ganzen Nachmittag und Abend zusammen.
Irgendwann hatte ich einen Teller voller Pizza in der Hand und lief von Gruppe zu Gruppe, um die Stücke zu verteilen. Ehrlich gesagt machte mir das fast am meisten Spass. So konnte ich mit allen kurz sprechen und gleichzeitig dafür sorgen, dass niemand hungrig blieb.
Dabei wurde mir aber auch wieder bewusst, dass ich nicht mehr Anfang zwanzig bin.
Man merkt plötzlich, dass man gewisse TikTok-Witze nicht mehr versteht. Dinge, die ich früher unglaublich cool fand, sind heute irgendwie nicht mehr so wichtig. Interessen verschieben sich mit den Jahren. Man wird älter und sieht die Welt etwas anders.
Ich glaube, ich hatte schon immer einen guten Bezug zur Aussenwelt und zur Arbeit. Trotzdem lebt man als Profisportler oft in einer etwas anderen Realität als die meisten Menschen, die jeden Tag ihrem normalen Beruf nachgehen.
Als ich später nach Hause ging, freute ich mich vor allem auf das Training am nächsten Morgen.
Vielleicht gerade deshalb, weil ich mittlerweile weiss, dass eine Triathlonkarriere nicht ewig dauert.
Seit meiner Krankheit geniesse ich jede einzelne Einheit wieder deutlich bewusster. Denn eines Tages wird der Moment kommen, an dem ich mich nicht mehr mit den Besten dieses Sports messen kann.
Was ich aber jetzt schon weiss: Ich werde unglaublich stolz darauf sein, wie weit mich dieser Weg gebracht hat.
Bis nächste Woche
Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich für eine weitere Woche.
Geniesst die Bewegung. Oder etwas anderes, das euch Freude macht.
Denn alles, was wir machen dürfen, ist irgendwann endlich. Genau das macht diese Momente so wertvoll. Und genau deshalb können wir sie manchmal so sehr geniessen.
Bis nächste Woche.
Cyrill


