Wochen News Nummer 18
- vor 6 Stunden
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Zwischen Ruhe und Kopfchaos
Eigentlich war eine ruhige Woche geplant. Am Ende bekam ich die Ruhe aber erst gegen Ende der Woche wirklich.
Montagmorgen nach dem Rennen. Es ist kurz nach 5 Uhr morgens und die Uhr vibriert, weil es Zeit ist aufzustehen. Mein Körper sagte jedoch etwas komplett anderes. Dem Piloten ist aber egal, wie ich mich in Reihe 29 auf dem Heimweg fühle am Ende macht er einfach seinen Job und folgt seinem Zeitplan.
Also stand ich verschlafen auf und fühlte mich eher wie nach einer Partynacht in jungen Jahren, obwohl ich am Tag davor einfach nur Spass beim Triathlon hatte. Ich machte mir einen Kaffee und ass etwas. Ehrlich gesagt: Hätte ich das nicht getan, hätte ich den Flughafen wahrscheinlich gar nie gesehen.
Nachdem wir das Auto getankt hatten, ging es Richtung Stadt. Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee an einem Montagmorgen. Ganz Sydney war unterwegs. Eigentlich logisch alle mussten zur Arbeit. Also wurde aus dem entspannten Morgen nach dem Rennen direkt wieder Stress und Verkehr.
Ich hoffte wenigstens, dass es am Flughafen ruhiger werden würde. Aber auch das blieb Wunschdenken. Überall Menschen. In solchen Momenten versteht man plötzlich komplett, warum Leute nach einem Wettkampf einfach irgendwo an einen ruhigen Strand verschwinden wollen.
Zum Glück verlief das Check-in dann ziemlich entspannt, obwohl bei der Gepäckabgabe so viele Leute standen, dass man kurz dachte, heute könnte es knapp werden. Und wie immer geht am Ende doch alles irgendwie. Wenn ich in so einem Zustand bin, bringt mich ehrlich gesagt nicht mehr viel aus der Ruhe. Ich folge einfach den Leuten, die offensichtlich mehr Ahnung haben als ich, und vertraue darauf, dass sie wissen, was sie tun.
Wieder zuhause wusste ich aber sofort: Wenn ich die Taschen jetzt nicht auspacke und alles erledige, bleibt es tagelang liegen. Die Kombination aus Wettkampf und Krankheit davor hat definitiv Spuren hinterlassen. Meine HRV ist komplett im Keller und zeigt mir auch jetzt noch, während ich das schreibe, dass mein Körper weiterhin Erholung braucht.
Was aber auch positiv ist: Seit langer Zeit habe ich jetzt wieder die Möglichkeit, einen grossen Trainingsblock aufzubauen, bevor die nächsten Rennen kommen. Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber vielen, die aktuell fast jedes Wochenende irgendwo starten.
Erholung ist nicht immer ruhig
Körperlich hatte ich vielleicht Ruhe, mental aber überhaupt nicht. Irgendetwas gab es immer zu erledigen. Steuererklärung, Dinge im Alltag, den Blog schreiben und posten was übrigens auch nicht einfach mit einer Stunde erledigt ist.
Ich merkte diese Woche, dass ich wahrscheinlich besser komplett abgeschaltet hätte. Denn obwohl mir all diese Dinge Spass machen, hatte ich nie wirklich das Gefühl, mich komplett zu erholen.
Irgendwann kam dann die Erkältung wieder zurück oder ich wurde einfach nochmals krank. Das nervt mich jedes Mal, aber wahrscheinlich war genau das nötig, damit ich meinem Körper endlich die Ruhe gebe, die er nach dem ganzen Wochenende verdient hatte.
So wurde das Ende der Woche ziemlich entspannt. Ein paar Spaziergänge, mehrere Besuche bei Sunshine Social und viele gute Gespräche. Sei es zufällige Begegnungen im Café mit Leuten, die wir lange nicht mehr gesehen hatten, oder Telefonate über mein Coaching und neue Ideen, wie ich Athleten begleiten oder Trainings gestalten könnte.

Besonders freue ich mich aktuell darauf, dass ich die Möglichkeit bekomme, mich bei Velo Plus vorzustellen und ihnen meine Ideen rund ums Coaching zu zeigen. Auch dort geht es Schritt für Schritt vorwärts.
Warum Coaching mir so viel gibt
Auch wenn ich diese Woche etwas kreuz und quer erzähle, beschreibt das eigentlich genau meine letzten Tage. Selbst wenn ich mich nicht voll dem Sport widme, finde ich immer irgendetwas zu tun.
Dabei kommt mir direkt noch eine Coaching-Story in den Sinn. Das zweite Wochenende in Folge startete jemand aus meinem Coaching an einem Wettkampf. Und ehrlich gesagt: Mir macht das unglaublich viel Spass.
Gemeinsam alles vorbereiten, Unsicherheiten aus dem Weg räumen und dafür sorgen, dass die Athleten genau wissen, was sie am Wettkampf erwartet. Ich hing bereits zum zweiten Mal an einem Sonntag permanent am Handy und hatte alle Benachrichtigungen der App aktiviert, damit ich keine Zwischenzeit verpasse.
Und wenn ich dann sehe, dass die Pace und Geschwindigkeiten genau zu dem passen, was wir trainiert haben, bekomme ich richtig das Gefühl: Wir haben das im Griff.
Zum zweiten Mal bekam ich danach Nachrichten darüber, wie dankbar sie für den Wettkampf waren und wie viel Spass sie hatten. Genau solche Nachrichten zaubern mir ein riesiges Lächeln aufs Gesicht.
Denn für mich ist eines der grössten Ziele, dass Menschen mit Freude und positiven Emotionen über die Ziellinie laufen. Die Resultate vergisst man irgendwann vielleicht. Aber die Emotionen und die Geschichten von solchen Tagen bleiben für immer.
Und genau mit diesem Gefühl startet man dann auch wieder besser in eine neue Woche. Vielleicht schafft man es dadurch selber wieder, zwei oder drei anderen Menschen ein positives Erlebnis zu geben und am Ende geht es allen etwas besser.
Und mit dieser kleinen Philosophiestunde verabschiede ich mich für diese Woche.
Ich werde jetzt nochmals ein paar Stunden Pause machen und weiter auf meinen Körper hören. Denn ich möchte nochmals zehn Wochen in meinen Triathlon-Weg investieren und gleichzeitig anderen Menschen Freude machen einfach weil es mir Spass macht.
Cyrill


