Wochen News Nummer 26
- vor 2 Tagen
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Der Abschluss vom Juni brachte grosse Neuigkeiten, die wir überhaupt nicht erwartet hätten. Wer schon einmal in seinem Leben ein längeres Visum beantragt hat, weiss, wie viel Arbeit dahintersteckt. Bei mir war es aber nicht nur die Arbeit, sondern vor allem auch die mentale Energie, die mich das Ganze gekostet hat.
Als dann am Dienstag die Nachricht kam, dass mein Visum bewilligt wurde, war das ein riesiger Meilenstein. Es erleichtert mir für die Zukunft unglaublich vieles und ich bin einfach nur froh, dass dieser Prozess nun abgeschlossen ist. Das waren mit Abstand die grössten Neuigkeiten dieser Woche.
Ein weiteres persönliches Highlight waren die Leistungen meiner Athleten in Thun. Ich bin unglaublich stolz auf alle. Nach Monaten harter Arbeit zu sehen, was sie abgeliefert haben, hat mich riesig gefreut.
Also starten wir in die Woche.
Das Training bleibt unspektakulär
Das Training fühlt sich momentan immer noch nicht spektakulär an. Aber wie so oft gilt: Man muss zuerst die Arbeit investieren, bevor man etwas zurückbekommt.
Wir haben hier und dort die Tempointervalle etwas verlängert oder zusätzliche Intervalle eingebaut. Aus der Vergangenheit weiss ich, wie effizient genau diese Trainings später werden können.
Was ich ebenfalls wieder gestartet habe, sind einige VO2max-Einheiten auf dem Rad. Dafür bin ich seit langer Zeit wieder einmal mit meinem Zeitfahrrad unterwegs gewesen, nachdem ich zuletzt alles auf dem Gravelbike gemacht habe.
Ich fahre dabei weiterhin sehr stark nach Gefühl und kontrolliere mich über den Puls. So verhindere ich, dass ich mich in den Einheiten verheize oder komplett überziehe. Genau diese Art zu trainieren mag ich sehr. Man kommt am Ende der Einheit immer mit dem Gefühl nach Hause, alles gegeben zu haben.
Sobald ich hingegen ständig auf die Wattwerte schaue, beginne ich automatisch Einheiten oder sogar einzelne Intervalle miteinander zu vergleichen. Das bringt mir persönlich im Moment nicht besonders viel.
Schwimmen war ich diese Woche viermal am Morgen. Trotzdem werde ich das Schwimmvolumen jetzt etwas reduzieren. Dafür möchten wir das Laufvolumen erhöhen, während die Radstunden ungefähr gleich bleiben.
Etwas Spannendes hat Blumenfelt vor Kurzem gesagt. Sie nehmen das Schwimmen bewusst etwas zurück, damit sie mehr Umfang auf dem Rad und beim Laufen machen können. Obwohl sie dadurch wahrscheinlich nicht ganz vorne aus dem Wasser kommen, gehörten sie auf der Kurzdistanz regelmässig zur Spitzengruppe.
Ich glaube, daraus können wir alle etwas lernen. Training ist immer ein Balanceakt. Man muss Prioritäten setzen und akzeptieren, dass man nicht überall gleichzeitig das Maximum herausholen kann.
Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder genauso trainieren sollte. Ich schaue immer auf meine eigene Situation. Trotzdem finde ich es extrem spannend zu beobachten, wie die Weltbesten ihre Entscheidungen treffen und weshalb sie gewisse Schwerpunkte setzen.
Ein heisser Sonntag voller Emotionen
In den letzten Wochen war der Sonntag irgendwie immer speziell. Und auch diese Woche war das nicht anders.
Nein, ich spreche nicht von Roth, obwohl dort natürlich Historisches passiert ist. Es gab eine neue Ironman-Bestzeit von 7 Stunden und 21 Minuten. Unglaublich, was momentan auf diesem Niveau möglich ist.
Ich spreche aber vom Ironman Thun und von meinen Athleten, die dort an der Startlinie standen.
Zum Glück hatte ich mein eigenes Training bereits erledigt. So konnte ich die Ironman-App öffnen und den ganzen Tag mitverfolgen, wie alle ihren Wettkampf meisterten. Es war richtig schön zu sehen, wie ruhig und kontrolliert sie den Tag angegangen sind.
Als ich diese Zeilen schreibe, habe ich zwar bereits mit einigen Athleten gesprochen. Trotzdem freue ich mich darauf, in den nächsten Tagen mit allen nochmals den gesamten Wettkampf durchzugehen. Jeder Ironman erzählt seine eigene Geschichte, und genau diese Geschichten höre ich unglaublich gerne.
Warum ich das Coaching liebe
Es hat mir riesigen Spass gemacht, meine Athleten und Athletinnen auf dieses grosse Ziel vorzubereiten.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
Ich liebe es, mit Menschen zusammenzuarbeiten und gemeinsam einen Plan zu entwickeln, der zu ihrem Leben passt. Jeder bringt andere Voraussetzungen mit, jeder hat andere Möglichkeiten und genau das macht Coaching für mich so spannend. Das Ziel ist immer, mit den vorhandenen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen.
Dabei sollte aber eines nie vergessen gehen: der Spass.
Denn wenn am Ende eines Wettkampfs die Freude grösser ist als die Erschöpfung, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man sich irgendwann wieder für ein neues Abenteuer anmeldet. Und genau das wünsche ich jedem meiner Athleten.
Mein Ziel ist es, mein Coaching Schritt für Schritt weiter auszubauen. Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als lachende Gesichter im Ziel zu sehen und einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben.
Mit dem Visum, das ich diese Woche erhalten habe, eröffnen sich nun auch neue Möglichkeiten. Ich kann jetzt offiziell Athleten hier in Australien betreuen und freue mich sehr auf diesen nächsten Schritt.
Trotzdem werde ich meiner Heimat treu bleiben. Zum Glück funktioniert Coaching heute grösstenteils remote. Deshalb spielt es eigentlich keine grosse Rolle, ob ich gerade in Australien oder in der Schweiz sitze. Die Cyrill-Methode kann ich von überall aus an meine Athleten und Athletinnen weitergeben.
Zeit, den Moment zu geniessen nach grossen Ereignissen
Somit geht wieder eine grosse Triathlon-Woche zu Ende.
Allen, die in Thun oder Roth an der Startlinie standen, wünsche ich jetzt eine richtig gute Erholung.
Geniesst die Zeit mit den Menschen und den Dingen, die in den letzten Monaten vielleicht etwas zu kurz gekommen sind. Es ist völlig in Ordnung, jetzt einmal den Fuss vom Gaspedal zu nehmen. Lieber richtig erholen, als nach der Euphorie sofort wieder voll einzusteigen und vier Wochen später zu merken, dass man eigentlich Ferien gebraucht hätte.
Nehmt all die schönen Momente mit, die ihr an diesem Tag erlebt habt. Verankert sie in euren Erinnerungen und nehmt diese positive Energie mit in euren Alltag ins Training, zur Arbeit, zu euren Freunden und zu eurer Familie.
Geniesst den Hochsommer in Europa und wir hier unten den Winter.
Wir hören uns.
Cyrill



