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Wochen News Nummer 31

  • vor 22 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Ich habe es letzte Woche wohl doch etwas zu früh gesagt, dass ich dieses Mal das Management der Trainingsbelastung im Griff habe. Also wieder einmal den Kuchen zu früh gerochen. Oder wie ich immer sage: Hat das Kind einmal den Süssigkeitenschrank gefunden, ist es schwierig, nicht immer wieder dorthin zurückzukehren.


Genug von den Floskeln, denn diese Woche hatte nicht nur ihre Tiefen, sondern auch sehr viel Positives.


Ein kleiner Rückschlag

Also, was genau ist passiert?


Nach dem Lauf am Dienstag hatte ich Schmerzen an der Plantarfaszie. Das ist ein Band an der Fusssohle. Seit zwei bis drei Wochen hatte ich dort immer wieder etwas gespürt, aber es ging jeweils wieder weg und mit meinen Kraftübungen hatte ich es gut im Griff.


Am Wochenende habe ich dann vielleicht etwas zu intensiv im Krafttraining gearbeitet und der Lauf am nächsten Tag war wohl etwas zu viel. Am Mittwochmorgen war es dann so weit, dass ich praktisch auf allen vieren unterwegs war, weil ich nicht mehr richtig auf dem Fuss stehen konnte.

Was danach alles passiert ist, hat mir aber auch gezeigt, dass ich mir über die Jahre hier ein richtig gutes Umfeld aufgebaut habe. Dafür bin ich sehr dankbar.


Ab Mittwochmittag begann ich, meinen Fuss vorsichtig aufzuwärmen und zu dehnen. Gleichzeitig war ich bereits mit zwei Leuten in Kontakt und konnte noch am selben Abend zu meinem Massagetherapeuten. Er gab schon einmal etwas Entwarnung und meinte, dass nichts gerissen oder ernsthaft kaputt sei. Auch während des Laufens hatte es keinen bestimmten Moment gegeben, an dem plötzlich etwas passiert war. Also Glück im Unglück: Die Plantarfaszie war wohl einfach stark gereizt.


Gleichzeitig konnte ich für den nächsten Tag einen Termin bei jemandem vereinbaren, der sehr viel Erfahrung mit Athleten und solchen Problemen hat.


Stosswellentherapie und Plan B

Am nächsten Tag wurde nochmals alles genau kontrolliert. Wir machten Sprungtests und verschiedene einbeinige Tests. Dabei zeigte sich ebenfalls, dass die Plantarfaszie vor allem gereizt war.


Also konnten wir direkt mit der Stosswellentherapie beginnen. Dabei werden mit einem Gerät stossartige Schallwellen auf das schmerzende Gewebe übertragen. Dadurch soll die Durchblutung angeregt und der Heilungsprozess unterstützt werden.


Danach fühlte sich der Fuss bereits deutlich besser an und ich konnte das Training auf dem Rad und beim Schwimmen fortsetzen.

Blick von oben auf nackte Füße auf einem geflochtenen Teppich, daneben Pantoffeln und blaue Socken auf hellem Fliesenboden.
Fussübungen, die zurzeit zum Alltag gehören.

Das ist momentan der Stand der Dinge. So schnell ist man wieder auf dem Boden der Tatsachen und merkt, dass man die Schraube vielleicht ein bisschen zu weit gedreht hat. Für das nächste Mal können Kurt und ich die Sache etwas defensiver angehen.


Aber wie immer im Leben ist zurückschauen einfacher, als in die Glaskugel zu schauen. Wenn man versucht, das Maximum aus sich herauszuholen, passiert es leider manchmal, dass man die Grenze etwas überschreitet. Wichtig ist für mich, dass wir daraus lernen. Was ich an unserer Zusammenarbeit sehr schätze, ist, dass wir aus jeder Situation versuchen, das Beste zu machen.


Auch eine Pause hat etwas Positives

Das Positive an der ganzen Sache war, dass ich ein paar Tage etwas entspannter angehen konnte und die Zeit bewusst genossen habe.


Ich habe nicht wirklich viel gemacht und dafür mehr Zeit mit Emma verbracht. Wir gingen zusammen einen Kaffee trinken oder setzten uns einfach ans Wasser und genossen die Sonne. Alles Dinge, die ich sonst nicht besonders oft mache, wenn der Fokus auf Training und Performance liegt.


Vielleicht braucht es manchmal genau solche Momente, um wieder einmal etwas herunterzufahren und die anderen Dinge zu geniessen.



Ein Abend mit Familie Litscher

Am Freitagabend sind wir zur Familie Litscher gefahren. Ich weiss, die Neuseeländer sprechen euren Namen anders aus, aber ich bleibe bei der deutschen Variante.


Die Litschers sind gute Freunde von Emmas Familie und waren gemeinsam hier in den Ferien. Von Oma und Opa über Töchter und Sohn bis zu den Grosskindern war die ganze Familie dabei. Also von Opa Litscher bis Baby Litscher waren wirklich alle hier.


Nachdem ich einige schöne Stunden mit ihnen verbracht habe und wir sie vor Weihnachten nochmals besuchen werden, weiss ich jetzt auch, dass ich sie weiterhin nach der deutschen Art benennen kann. Die Kiwis sagen zwar «Lecher's», sprechen es aber fast so aus, wie wir «Litscher» sagen würden. Also bleibt es für mich einfach Familie Litscher.


Jeff und ich verstanden uns von Anfang an gut, denn er ist Segler und ich bin während meiner ganzen Kindheit gesegelt. Damit hatten wir natürlich sofort ein gemeinsames Thema. Nicht, dass es für mich normalerweise ein Problem wäre, etwas zum Reden zu finden. Ich finde es aber immer wieder faszinierend, Geschichten von anderen Menschen zu hören.


Was ich ebenfalls richtig schön fand, war zu sehen, wie eine ganze Familie gemeinsam Ferien macht und eine Woche miteinander verbringt. Wir hatten einen sehr entspannten Abend und haben viel gelacht.


Jetzt kann ich es kaum erwarten, vor Weihnachten bei ihnen bekocht zu werden. Der Druck auf Jeff sollte damit schon ein bisschen gestiegen sein. Danke nochmals für den schönen Abend vielleicht findet dieser Blog ja sogar den Weg zu euch.


Noch etwas mehr als vier Wochen

Bis zu meinem Rennen hier an der Sunshine Coast sind es noch etwas mehr als vier Wochen. Ich habe also noch genügend Zeit, um wieder richtig auf die Beine zu kommen und meiner Fusssohle die nötige Zeit zur Regeneration zu geben.


Ich mache fleissig meine Übungen für den Fuss und trainiere auf dem Rad und beim Schwimmen weiter, soweit es möglich ist. Heute, an dem Tag, an dem ich diesen Blog schreibe, starte ich zusätzlich mit dem Training auf dem Crosstrainer, bevor ich mich langsam wieder ans Spazieren und später ans Laufen herantaste.

Also ist weiterhin alles auf dem richtigen Weg für das Rennen.


Eine gute Vorbereitung läuft sowieso nie genau nach Plan. Und einen Plan hat man schliesslich auch, um ihn anzupassen.


Somit verabschiede ich mich von dieser Woche und werde euch natürlich wissen lassen, ob die Stosswellentherapie weiterhin erfolgreich ist. Meine Motivation für den Wettkampf ist auf jeden Fall sehr hoch und ich freue mich riesig darauf, wieder an einer Startlinie zu stehen.


Passt auf euch auf und wir hören oder besser gesagt lesen uns nächste Woche wieder.


Cyrill

 

 
 
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