Wochen News Nummer 32
Vom normalen Schwimmvolumen zu mehr Zeit auf dem Bike und dem Elliptical Trainer im Fitnessstudio. Eine etwas andere Trainingswoche, in der ich versuche, das Training und gleichzeitig die Heilung meines Fusses voranzubringen.
Das Gute ist, dass ich beim Schwimmen und Radfahren eigentlich nichts kaputt machen kann, solange ich keine Schmerzen habe. Und die habe ich zum Glück nicht. Also sass ich diese Woche mehr als üblich auf dem Rad und konnte dabei auch noch das schöne Wetter draussen geniessen.
Wie geht es dem Fuss?
Das Interessanteste ist momentan sicher, wie sich mein Fuss entwickelt. Und es wird tatsächlich jeden Tag besser, was mich sehr positiv stimmt. Wie immer, wenn man versucht, die Kontrolle über ein Wehwehchen zu bekommen, bedeutet das aber auch zusätzliche Arbeit. Manchmal muss ich mich wirklich dazu zwingen, direkt nach dem Aufstehen meine Übungen für den Fuss zu machen oder einfach dann, wenn irgendwo fünf Minuten Zeit übrig sind.
Zum einen versuche ich, die Wade gezielt zu stärken, zum anderen mache ich Fuss-Yoga. Dabei geht es vor allem um die Beweglichkeit und Kräftigung der Zehen. Am Anfang war es fast etwas erschreckend zu merken, dass ich ein paar meiner Zehen gar nicht richtig einzeln ansteuern konnte. Zum Glück wird das mit jedem Mal besser. Es gibt zwar immer noch Zehen, bei denen es besser funktioniert, und andere, die noch etwas weniger machen wollen. Das Positive daran ist aber, dass mich genau diese Arbeit langfristig auch zu einem besseren Läufer machen kann. Also wird das wohl eine Aufgabe sein, die mich auch in Zukunft begleiten wird.
Wie so oft im Leben denkt man, dass man keine Probleme hat, bis plötzlich eines auftaucht. Dann merkt man, dass dort vielleicht schon länger eine Schwachstelle war, um die man sich einfach nie gekümmert hat. Vielleicht ist das bei mir genau so eine. Nach jeder Schwimmeinheit im Pool mache ich deshalb meine Übungen im Fitnessstudio, das es dort gibt. So kann ich auch alle Übungen ausführen, für die ich Gewichte benötige.
Zusätzlich bekomme ich ungefähr alle fünf Tage die Stosswellentherapie, die ich bereits im letzten Blog beschrieben habe. Damit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Das ist also der aktuelle Stand meiner Fusssohle. Mit Geduld und einer positiven Einstellung geht es weiter. Und Zeit habe ich zum Glück auch noch. Es gibt also weiterhin keinen Grund, nervös zu werden.
Mehr Zeit auf dem Rad
Zum Training, das ich neben meinem Fuss-Yoga sonst noch mache. Auf dem Rad stehen momentan zwei härtere Einheiten pro Woche auf dem Programm. Eine ist eine Mischung aus Schwellenintensität und Tempo, die andere besteht hauptsächlich aus Tempo. Je mehr ich davon mache, desto komfortabler fühle ich mich auf dem Zeitfahrrad und vor allem in meiner Position. Genau das ist momentan ein wichtiger Teil des Trainings.
Dazu kamen diese Woche drei lockere Radeinheiten auf meinem Gravelbike. Einfach Grundlagen fahren, ohne grossen Druck. Dabei versuche ich immer wieder, ein paar Hügel rund um Noosa einzubauen.

Beim Schwimmen habe ich eigentlich alles so belassen wie bisher. Was man allerdings merkt: Je mehr man Rad fährt, desto schlechter wird irgendwann die Wasserlage. Die Beine sind einfach schwer und müde und sinken dadurch schneller ab. Wenn man das aber im Hinterkopf behält und auf sein Körpergefühl hört, lässt sich die Belastung weiterhin gut steuern.
Ein bisschen Ironman am Wochenende
Am Wochenende gab es wieder einen Ironman im Fernsehen und den konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Diesmal war es der Ironman Kalmar in Schweden, bei dem auch die letzten Plätze für die Weltmeisterschaft vergeben wurden. Es war ein interessantes Rennen. Wenn ich jetzt allerdings anfange, alles darüber zu schreiben, wird es wahrscheinlich richtiger Triathlon-Nerd-Talk.
Trotzdem gab es ein paar Geschichten, die ich richtig spannend fand. Zum Beispiel das Comeback von Daniel Bækkegård, den ich vom Training hier in Noosa kenne. Oder Matthew Marquardt, der Arzt ist, gleichzeitig in der Krebsforschung arbeitet und dann nebenbei auch noch ziemlich gut Triathlon macht. Ein richtiger Tausendsassa, wie wir sagen würden.
Bei den Frauen war Laura Philipp so dominant, dass ihr Trainer ihr während des Marathons sogar sagte, sie solle etwas langsamer machen. Am Ende hatte sie einen so grossen Vorsprung, dass die Zweitplatzierte erst über 18 Minuten später ins Ziel kam.
Ein Sieg, über den ich mich besonders gefreut habe
Jetzt aber zu etwas, das mich noch viel mehr gefreut hat als alles andere an diesem Wochenende: der Sieg einer guten Freundin von mir bei einem 70.3 in Tschechien.
Mit dem Wissen, dass Kurt ebenfalls vor Ort war, hatte ich schon ein bisschen FOMO, nicht dabei zu sein. Als mich dann Sarah und Michael vor dem Rennen auch noch anriefen, wurde es nicht unbedingt besser. Also verbrachte ich den Sonntagabend mit dem Handy in der Hand und schrieb immer wieder mit Michi, um zu erfahren, wie die Lage vor Ort war.
Wie gewohnt hatte Sarah nach dem Schwimmen etwas Rückstand. Allerdings waren es nur etwa zwei Minuten auf die Zweitplatzierte. Die führende Athletin war schon deutlich weiter voraus. Aber ich wusste natürlich, wie stark Sarah auf dem Rad ist. Auf dem Ticker konnte man verfolgen, wie sie immer schneller wurde, Zeit auf die anderen gutmachte und schliesslich sogar die Führung übernahm.
Irgendwann schrieb mir Michael: «Jetzt werde ich nervös.» Ich versuchte ihn ein bisschen zu beruhigen und schrieb ihm, dass Sarah ihren Job super mache und er jetzt einfach seinen machen müsse. Beim Laufen gab sie die Führung nicht mehr ab und konnte schliesslich als erste Frau über die Ziellinie laufen.
Was für ein Sonntagabend. Ich habe mich riesig für sie gefreut, dass sie eine so grandiose Leistung zeigen und das Rennen gewinnen konnte. Auch wenn ich es ihr natürlich schon persönlich gesagt habe, hier nochmals: Hut ab und herzliche Gratulation! Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Rennen, bei dem wir wieder gemeinsam auf dem Kurs stehen.
Somit gehen wir mit sehr hoher Motivation in eine neue Woche, ins Training und in den Alltag.
Bis bald und wir lesen uns.
Cyrill


