Wochen News Nummer 37
Schon 37 Wochen am Stück Blogs. Das bedeutet, ich habe 36 Mal Geschichten gefunden, die ich euch erzählen konnte. Also werde ich wohl auch diese Woche wieder etwas finden.
Vom Laufen gibt es auf jeden Fall einiges zu erzählen, denn dort ist in den letzten sieben Tagen etwas gegangen. Ansonsten hatte ich drei Arbeitstage, die Spass gemacht haben, und gleichzeitig habe ich versucht, Erholung und Training möglichst gut zu balancieren. Nach einem Wettkampf merke ich jeweils, dass ich doch ziemlich müde bin, auch wenn ich dieses Mal gar nicht gelaufen bin.
Ein paar Gedanken zum Profisport
Gleichzeitig sehe ich momentan, in welche Richtung sich der Triathlon entwickelt. Und mit der Tatsache, dass ich damit keinen Rappen verdiene, fühlt es sich manchmal ein bisschen so an, als würde ich mit einem Messer zu einem Waffenkampf gehen, wenn ich bei einem Wettkampf an der Startlinie stehe.
Wahrscheinlich stosse ich momentan auch etwas an die Grenzen meiner Möglichkeiten. In unserer Welt ist es nun einmal so, dass Menschen mit mehr Mitteln häufig auch mehr Möglichkeiten haben. Ob das fair ist oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle es ist einfach so. Natürlich kann man sich viele Möglichkeiten auch selbst erarbeiten. Gleichzeitig muss man aber immer im Hinterkopf behalten, wie viel Energie es braucht, überhaupt dorthin zu kommen.
Wenn man dann wegen des Laufens nicht 100 Prozent geben kann und nach dem Wettkampf sowieso müde ist, hat man schnell einmal das Gefühl, dass einem die ganze Sache etwas aus den Händen gleitet. Ich weiss gar nicht, ob sich viele Leute vorstellen können, was man alles machen muss, um in diesem Sport kompetitiv zu sein. Was auch völlig okay ist. Wer würde schon freiwillig 25 Stunden pro Woche trainieren, teilweise sehr intensiv, und gleichzeitig wissen, dass jeden Tag Dinge wie Schlaf, Erholung und Ernährung darüber entscheiden, wie gut der nächste Trainingstag wird?
Auf der anderen Seite ist es natürlich auch völlig verständlich, sich dafür zu entscheiden, acht Stunden am Tag hinter einem Bürotisch zu sitzen und nicht während des Tages so müde zu sein, dass einem fast die Augen zufallen. Irgendwie muss man schliesslich auch Geld verdienen, damit am Ende des Tages etwas auf dem Konto ist.
Warum mache ich das eigentlich?
Das Schöne ist aber, dass nicht jeder so eine Leidenschaft für etwas aufbringen kann, wie Profiathleten für das, was sie tagtäglich machen. Wer von euch würde für kein Geld aufstehen und einfach einmal 45 Stunden pro Woche arbeiten gehen? Wahrscheinlich würden einige ziemlich schnell fragen: Was machst du eigentlich? Warum machst du das?
Die Antwort ist für mich eigentlich ziemlich einfach: Es ist die Leidenschaft und meine ehrliche Faszination dafür, herauszufinden, wie weit ich kommen kann. Auch wenn ich momentan vielleicht mit einem etwas stumpfen Messer in diesen Kampf gehe.
Ich habe mir irgendwann gesagt, dass ich mit dem, was mir zur Verfügung steht, versuche, 100 Prozent zu geben. Vielleicht kratze ich gerade an 99,9 Prozent, weil ich meine Möglichkeiten bereits ziemlich gut ausschöpfe. Vielleicht bin ich aber auch erst bei 70 Prozent und irgendwo gibt es noch einiges, das ich besser machen kann.
Wie finde ich das heraus? Indem ich mich nicht unterkriegen lasse. Denn ich glaube, nicht viele Menschen bleiben wirklich lange an einer Sache dran und versuchen weiterzumachen, auch wenn der Wind gerade nicht optimal steht.
Am Ende des Tages ist es eine Geschichte, die man erzählen kann. Und wenn ich mit dem, was ich mache, vielleicht zwei oder drei Leute inspirieren kann, dann ist das doch auch etwas Schönes. Vielleicht steht gerade jemand vor einem Punkt, an dem er aufgeben möchte, obwohl der Erfolg oder die Lösung eigentlich direkt hinter der nächsten Tür wartet. Man findet momentan einfach den Schlüssel nicht, um sie zu öffnen.
Aber nur weil du den Schlüssel gerade nicht findest, bedeutet das nicht, dass du ihn nicht finden kannst.
Zurück zum Laufen
Jetzt aber zurück zu meinem Fortschritt beim Laufen. Zu Beginn der Woche war ich bei 6 × 3 Minuten Laufen mit jeweils 1 Minute Gehpause. Am Samstag konnte ich bereits 2 × 15 Minuten laufen. Das ist definitiv etwas Positives, das ich aus dieser Woche mitnehme. Es geht beim Laufen in die richtige Richtung.

Gleichzeitig weiss ich natürlich, dass eine gereizte, oder geheilte angerissene Plantarfaszie ziemlich lange brauchen kann, bis sie wieder wirklich gut ist. Also schauen wir, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt. Auch hier heisst es weiterhin dranbleiben, obwohl es manchmal natürlich einfacher wäre, einfach an den Strand zu liegen.
Solange ich Profi bin, möchte ich alles dafür tun, dass es gut kommt. Und das bedeutet momentan auch, gerade an dem Punkt dranzubleiben, an dem es unangenehm wird und viel Arbeit bedeutet.
Falls ihr selbst gerade etwas habt, das euch körperlich Sorgen bereitet: Macht eure Physioübungen, geht ins Krafttraining und investiert die Zeit. Auch dann, wenn es gerade genau das ist, worauf ihr überhaupt keine Lust habt. Euer zukünftiges Ich wird euch wahrscheinlich dankbar dafür sein.
Somit entlasse ich euch wieder in eure Woche.
Wir lesen uns nächste Woche wieder. Habt eine gute Restwoche und geniesst den Herbst. Bei uns wird es langsam, aber sicher wieder Sommer.
Bis nächste Woche
Cyrill


