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Wochen News Nummer 5

  • Autorenbild: Cyrill Knechtle
    Cyrill Knechtle
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Es ist Sonntagnachmittag, ich sitze gerade auf dem Sofa und beginne diesen Blog. Wenn die nächsten paar Sätze etwas holprig wirken, sei mir nicht böse – ich war heute 4,5 Stunden auf dem Rad und hatte danach noch die gute Idee, um 13:00 locker zu koppeln. In der Mittagshitze. Entsprechend bin ich immer noch am Abkühlen vom Lauf, obwohl ich inzwischen schon gekocht und kalt geduscht habe. Der Körper arbeitet noch, der Kopf versucht langsam nachzukommen.


Eine Radfahrt für Donuts und Pies

Die Radfahrt selbst war eigentlich simpel: hin und zurück zur Donut-Bäckerei im Hinterland von Noosa. Eine dieser kleinen lokalen Orte, die man nur kennt, wenn man wirklich hier lebt. So stellt man es sich zumindest vor. In der Realität verkauft die Bäckerei an einem Sonntag rund 1000 Donuts. Unter der Woche ist es deshalb deutlich angenehmer, hierher zu kommen, und man kann die Räder ganz entspannt auf der Terrasse abstellen.

Der Hauptgrund, warum ich dorthin fahre, sind die Donuts – und die klassischen Pies, die hier überall gegessen werden. Frag mich nicht, wer die Pies erfunden hat, aber ich bin ziemlich sicher, dass die Neuseeländer die besten machen. Ich habe Emma gerade gefragt, und ihre Antwort war eindeutig. Cheese Scones hatte ich in Neuseeland zwar auch schon sehr gute, aber die Pies stehen definitiv auf der Liste für die nächste Reise.

Ich selbst blieb beim Donut – und habe mir zusätzlich noch einen Kaffee-Donut bestellt, meinen absoluten Favoriten. Der Donut wird wie eine Tasse gebacken, mit einem dickeren Rand, innen mit Nutella bestrichen, und genau dort hinein kommt dann der Kaffee. Klingt speziell, ist aber grossartig. Nach so einer Pause fährt sich auch der Heimweg gleich viel lockerer.


Die Bekannten Donats

Gravelbike, Wald und ein ruhiger Rhythmus

Diese Woche habe ich ausserdem mein Gravelbike vom Mechaniker zurückbekommen, was sich sofort nach Freiheit angefühlt hat. Am Dienstag war ich zwei Stunden in den Wäldern unterwegs, einfach erkunden, ohne grosse Zahlen, ohne Druck. Was mich dabei überrascht hat: Ich hatte bis dahin noch keine Schlange gesehen. Das sollte sich allerdings ein paar Tage später ändern.

Am Samstag umrundete ich wieder einmal den kleinen See im Süden von Noosa. Dort zu fahren ist fast perfekt – viel Schatten, weniger Hitze, und vor allem eine andere Position als auf dem TT-Rad. Kein Powermeter, kein ständiger Blick auf Daten, einfach nach Gefühl fahren. Ein Luxus, den ich im Moment sehr schätze.


Ich auf dem Gravelbike

Ein kurzer Moment mit viel Puls

Die Schlangen-Story kam dann beim Laufen. Samstagmorgen, eine schöne Runde durch den Wald, komplett asphaltiert und ideal für die Hitze. Schon etwas müde von der Wärme joggte ich dahin, bis plötzlich ein grosser Baum über dem Weg lag, überall Äste verstreut. Ich stoppte meine Uhr, prüfte kurz, ob ich da sicher durchkomme, und kletterte schliesslich darüber. Alles gut. Noch schnell ein Gel, wieder loslaufen – Blick auf den Boden, ein vermeintlicher Ast, mein Fuss landet wenige Zentimeter daneben … und der Ast bewegt sich. Schlange. Ein Sprung wie beim Hochsprung, Puls sofort oben. Zum Glück verschwand sie direkt im Busch. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gewusst, was ich sonst tun soll.


Training ohne Druck

Abgesehen davon passiert gerade gar nicht so viel – und genau das fühlt sich richtig an. Ich versuche, wieder Freude ins Training zu bringen, genug zu schlafen und nicht jede Einheit zu überziehen. Vieles bleibt bewusst locker, ausser Freitagmorgen bei JR. Dort wird immer noch hart gearbeitet, aber es fühlt sich anders an als früher – leichter im Kopf, klarer im Gefühl. Und genau deshalb macht es wieder richtig Spass, dort aufzutauchen und alles zu geben.


Mut, Arbeit und ein Buch über Führung

Auch im Buch über den berühmten All-Blacks-Coach bin ich ein Stück weitergekommen. Faszinierend ist vor allem sein Mut, zweimal sichere Jobs aufzugeben – selbst nach der Polizeikarriere – um Rugby-Coach zu werden. Am Anfang lief es nicht, aber er blieb dran, und am Ende stand er an der Spitze des besten Rugby-Teams der Welt. Was ich daraus mitnehme: Mut zahlt sich oft aus, aber nur zusammen mit harter Arbeit und echtem Interesse.


Weniger Strava, mehr Gefühl

Was mir diese Woche ebenfalls gutgetan hat, war ein kleiner digitaler Schritt: Ich habe Strava gelöscht. Einfach zu merken, wie ruhig es wird, wenn man ein paar Tage nicht sieht, was andere trainieren. Plötzlich zählt wieder nur das eigene Gefühl. Inspiration hole ich mir weiterhin – vor allem aus Podcasts von Coaches – aber mehr aus dem Verständnis heraus, warum eine Einheit funktioniert, nicht nur was gemacht wird. Genau so entstand diese Woche auch eine neue Einheit für eine Athletin, den ich betreue, und plötzlich machte alles Sinn.


Ein ruhiger Alltag ist manchmal der grösste Fortschritt

Damit endet diese Woche ziemlich ruhig, aber mit einem guten Gefühl. Ein stabiler Alltag hier in Noosa, klare Gedanken, Freude am Training – manchmal sind genau das die wichtigsten Schritte nach vorne.



Danke an alle, die das hier lesen.

Wir hören uns in sieben Tagen wieder.

 
 
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