Wochen News Nummer 6
- vor 13 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Routine oder Fortschritt?
Es muss wohl so sein, dass schon wieder sieben Tage vergangen sind. Kann man sagen, dass die Tage schneller vergehen, wenn man in einer Routine ist? Ich glaube nicht. Man kommt Schritt für Schritt voran, auch wenn man den Fortschritt gerade nicht sieht.
Start im Pilates – und ein früher Freitag
Ich starte dort, wo meine Woche begonnen hat: im Pilates-Studio. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was wir gemacht haben, aber es kommt mir gerade in den Sinn, weil es mein Start war. Wir müssen jedoch zur Freitagsklasse springen. Dort war ich nach zwei Stunden intensivem Schwimmen und einem frühen Aufstehen um 4.40 Uhr. In der Klasse lag der Fokus auf den Armen. Ich wusste also, dass es eine Herausforderung werden könnte vor allem bei Übungen, bei denen man die Arme in einem Kreis oder in verschiedene Richtungen bewegt.
Da kann ich als Triathlet sagen: Manchmal ist man ein Bewegungslegastheniker. Denn je stumpfer die Bewegung, desto besser sind wir – oder zumindest ich. Da komme ich sofort in einen Flow, im Gegensatz zu Dingen, bei denen ich ständig überlegen muss, was ich als Nächstes mache.
Ich habe jedoch gemerkt, dass ich die Beine nicht wirklich mit den Armen koordinieren kann. Ist das also das erste Anzeichen von Müdigkeit? Was ich sagen kann: nein. Denn später an diesem Freitag habe ich noch einiges gemacht.
Begegnung im Wald
Doch nun zurück zum Wochenablauf: Wie immer folgt auf einen Montag ein Dienstag. Da hatte ich eine tolle Begegnung im Wald. Ich hatte nicht damit gerechnet, jemanden zu sehen, denn überall stehen Schilder: keine Autos und Motorräder im Wald. Aber wir sind nicht in Australien, wo es das dann doch gibt.
Ich war also mit dem Gravelbike auf einem Trail unterwegs, als es plötzlich richtig laut wurde.Ich dachte: Was ist das? Das klingt wie ein Motorrad. Also machte ich eine Pause und stellte mich an den Rand. Kurz darauf fuhren zwei Motorräder mit hoher Geschwindigkeit an mir vorbei und ich sah nur noch Staub.
Als sich dieser etwas gelegt hatte, fuhr ich weiter. Ich hörte, wie sie die Motoren abstellten. Also rollte ich zu ihnen hin, mit ein wenig Respekt, was sie wohl sagen würden. Ihre Antwort war jedoch nur: „Wow, ein Rennradfahrer im Wald!“
Ich versuchte zu erklären, dass es ein Gravelbike ist – aber sie haben es wohl nicht verstanden und glauben vermutlich noch heute, ich sei mit dem Rennrad durch den Wald gefahren. Sie waren sehr freundlich und rücksichtsvoll. Ich hätte eher erwartet, dass sie einfach ohne zu schauen durch den Wald heizen.Ich fand es ziemlich witzig.

Drei Stunden Gedankenzeit
Meine beiden langen Radtouren finden jeweils am Mittwoch und Samstag statt beide dauern drei Stunden. Die Zeit habe ich mit einem Podcast von Joel Filliol verbracht. Er erklärt darin seinen Coaching-Stil, spricht über Erfahrungen mit Athleten über die Jahre oder lädt andere Coaches ein, um über deren Philosophie zu diskutieren.
Joel ist bekannt für seine Kurzdistanz-Trainingsgruppe in Girona, Spanien. Er hat unglaublich viele starke Athleten trainiert Weltmeister und olympische Medaillengewinner. Er ist eine Persönlichkeit, bei der ich mir gut vorstellen könnte, einmal gecoacht zu werden. Wäre ich Kurzdistanz-Athlet, würde ich ernsthaft darüber nachdenken, zu ihm zu gehen und in seiner Gruppe zu trainieren.
Der Mega-Freitag
Dann kam der Mega-Freitag. Heutzutage muss ja alles immer besser, schneller und spektakulärer sein. In meiner Blase posten alle ihre Trainings. Für Aussenstehende war mein Freitag wohl auch so ein Tag. Für mich war es einfach ein Tag, an dem ich hart gearbeitet habe und genau das möchte ich immer wieder tun.
Diese Woche hatte ich ein gutes Gespräch, in dem ich jemanden daran erinnern musste, dass auf Instagram meist nur die eine Mega-Einheit gezeigt wird. Was davor oder danach passiert, sieht man nicht und vergisst es deshalb.Soziale Medien sind wie ein Schaufenster: Man sieht nur, was gerade im Trend ist. Was dahinter steckt, weiss man nie.
Mein Nachmittag sah so aus, dass ich zum ersten Mal wieder ein Intervalltraining machen konnte. Nichts Verrücktes drei Minuten lang, immer an der Schwelle. Das Beste daran war das Gefühl danach: Ich hätte noch einige Intervalle mehr machen können. Und ich hatte riesigen Spass dabei.
Regen, Ruhe und ein Lauf durch den Nationalpark
Dann ging es ins Wochenende mit viel Regen und Einheiten auf der Rolle. Das Positive daran: Bei kühlerem Wetter kann man sich komplett auf den Schlaf konzentrieren und auch einmal erst nach 8 Uhr starten. Genau so habe ich meine Woche beendet.
Um 8.30 Uhr bin ich im Regen losgelaufen. Es fühlte sich richtig locker an, der Puls blieb tief.Also entschied ich mich spontan, durch den Nationalpark zu joggen. Es ist herrlich, wenn man im Wald niemandem begegnet – ausser ein paar Surfern, die quer durch den Nationalpark laufen, nur um festzustellen, dass die Wellen doch nicht so gut sind wie gedacht.
Ein Schritt näher an Geelong
So vergeht eine Woche – und wir sind wieder einen Schritt näher am Start in Geelong. Es kann gut werden, oder?
Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich Spass an meiner Woche habe.Vielleicht ist nicht alles wie im Bilderbuch aber es ist gut so.Ich bin gespannt, was man mit Hunger an der Startlinie erreichen kann.
Bis nächste Woche
Ich werde es herausfinden und du auch, wenn du bis dahin hier weiterliest. Ich bin genauso gespannt, was ich nächste Woche zu erzählen habe.
Danke fürs Lesen wir lesen uns!


